Leistungsorientierte Vergütung war gestern?
Viel Zeit, bürokratischer Aufwand und Gehirnschmalz wurde in den letzten Jahren in die Vergütung leistungsorientierter Vergütungssysteme gesteckt. Nicht selten hat das mindestens zu Unruhe und Irritation, häufig aber auch zu Unfrieden und dem Gefühl von Ungerechtigkeit geführt.
Machen wir mit großem Einsatz genau das Falsche? Belohnungen unterminieren die Selbst-Bestimmung (self-determination) und reduzieren das Selbstwertgefühl, lehrt uns die „Motivation Crowding Theory“. Man erlebt Tätigkeiten, die man sowieso getan hätte, als fremdbestimmt. Anders kann es sein, wenn Anstöße von außen nicht als Kontrolle, sondern als Unterstützung empfunden werden.
Gerade bei komplexen Tätigkeiten kommt es sehr auf persönliches Engagement und damit auf Subjektivität an. Ausführliche Kontrakte mit genau fixierten Leistungsanreizen schaffen ein enges Korsett und erschweren Innovation und Experimente, die aber gerade für neue Wege oft erforderlich sind. Die „Self-determination theory“ setzt daher auf Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit (relatedness). Autonome Regulation verträgt sich nicht mit kontrolliertem Verhalten.
Wie stärken wir Selbst-Regulation? System-Motivation könnte ein Weg sein, wie Jean François Manzoni kürzlich auf einer Tagung sagte. Mitgliedschaft in einer Institution, ein gemeinsames Bewusstsein und gemeinsame Ziele zur Verwirklichung bzw. Erneuerung des Auftrags dieser Institution stärken die Motivation, innerhalb des so abgestimmten Rahmens besondere Leistungen zu erbringen.
Oktober 21, 2009
Tags: Autonomie, Kompetenz, Leistungsorientierte Vergütung, Motivation, Selbst-Regulation, Verbundenheit Posted in: Allgemein

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